FBM und Gay Book Fair 2016

Als ich mich am Samstag auf dem Weg zurück von der Gay Book Fair zu meiner Unterkunft befand, hatte ich ein seliges Lächeln auf meinen Lippen. Ein schöner Tag hatte einen noch viel besseren Abschluss gefunden.
Ich hatte viele Autoren getroffen die ich schon von Facebook kannte, aber auch neue kennen gelernt und Visitenkarten ausgetauscht. An den Ständen konnte man in Büchern stöbern, neue entdecken und jede Menge Goodies lagen auch aus. Besonders habe ich mich gefreut, Juliane Seidel kennen zu lernen. Nicht nur, weil ich das Interview mit ihr hatte, sondern war ich auch neugierig wer die Person hinter dem tollen Blog „Like a Dream“ ist. Also Juliane, es war schön dich getroffen zu haben :).
Neben dem Heizkörper durfte ich dann Mary R. Smith und Nina Kon kennen lernen. Mit den beiden hatte ich mich dann auch die meiste Zeit unterhalten, bis wir sogar zusammen den Heimweg angetreten hatten, worüber ich sehr froh war (abends um Zehn kann so ein nicht beleuchteter Park schon gruselig sein).
Ich bin auch glücklich, dass ich endlich eine mir wichtige Freundin, die ich über meine Facebookseite kennen gelernt habe, treffen konnte. Auch wenn es nur von kurzer Dauer war, die Chemie stimmte auch im Real Life. Eine tolle Atmosphäre, eine super Stimmung und eine tolle Organisation machten die Gay Book Fair zu einem Ereignis, dass ich nicht mehr vergessen werde und mir den Termin auf jeden Fall für das nächste Jahr merken werde. Ich fand es war wie ein großes Familientreffen, denn unsere Leidenschaft für dasselbe Genre verbindet und unser Zusammenhalt stärkt uns. Ich bin sehr froh ein Teil dieser Familie zu sein.

Aber wie ihr im Titel lesen könnt, war ich nicht nur auf der GBF, sondern auch auf der Frankfurter Buchmesse. Ich war dort eher als Buchhändlerin unterwegs, habe mit unseren Vertretern gesprochen, neue Titel und Produkte entdeckt und mich überraschen lassen. Eine dieser Überraschungen war in Halle 3.1 bei den Nonbooks. Als ich meinen Blick schweifen ließ, fiel mir diese Karte auf.20161029_211002 Ich fand sie einfach super ansprechend und passend. Ich kam mit den beiden Designerinnen ins Gespräch und wir verstanden uns super gut, so dass wir zum Schluss einen Termin für ein Interview vereinbart hatten.
Mehr möchte ich euch an dieser Stelle nicht verraten, außer das ich den nächsten Tagen das Interview und dazu ein Gewinnspiel veröffentlichen werde. Wenn ihr neugierig auf die Karten seid, welche Motive es noch gibt, was diese mit der queeren Community auf sich haben und einfach gerne Neues entdecken wollt, dann schaut in den nächsten Tagen hier auf meinem Blog vorbei.

Ansonsten bleibt mir nur zu sagen: Nach der Messe ist vor der Messe ;).
Am 19. und 20.11. findet in Berlin die BuchBerlin Messe und gleichzeitig die Queer Convention statt. Ich werde auf jeden Fall auf der Queer Con sein und würde mich freuen euch dort zu treffen. Erkennen könnt ihr mich an meiner Bloggertasche :). Ich werde auch meine Buttons dabei haben, falls ihr einen haben wollt, sprecht mich einfach an.
Ich wünsche euch einen schönen Sonntag.

Alles Liebe
eure Sarah

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*Autoren vorgestellt* Juliane Seidel

So ganz stimmt die Überschrift ja nicht ;). Juliane ist nicht nur Autorin, sondern auch Bloggerin und für ihre vor kurzem erschienene Anthologie, war sie sogar Lektorin.
Was ihr davon am meisten Spaß macht und wie es zu ihrer Anthologie kam, könnt ihr jetzt nachlesen :).

Steckbrief

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Foto von Cassy Krammer


Autorenname/n:
Juliane Seidel
Lieblingstier: Fischotter
Lieblingsfarbe: rot, bordeaux
Lieblingszeit zum schreiben: immer, wenn ich Zeit habe, zumeist abends
Lieblingsort (zum schreiben oder allgemein): mein Büro
Wohnort (Stadt oder Bundesland): Wiesbaden
Hobbys (außer dem Schreiben): Lesen, Organisieren von Veranstaltungen/Messen, Filme

 


Du bist Autorin, Bloggerin, Lektorin und Veranstalterin. Gibt es etwas was dir besonders Spaß macht?

Ehrlich gesagt, macht mir alles Spaß, wobei ich zugeben muss, dass mir das Lektorieren am wenigsten zusagt. So wirklich aktiv mache ich das auch nicht – lediglich für die „Like a Dream“- Anthologie habe ich mich ans Lektorieren der einzelnen Geschichten gemacht. Ansonsten liebe ich das Veranstalten und (Mit)Organisieren von Veranstaltungen – davon kann ich nur schwer lassen. Deswegen tanze ich auch auf verschiedenen Hochzeiten und bin Mitglied des Homonale Film-Teams und Hauptakteur beim schwullesbischen Lesefestival QUEER gelesen.
Das Schreiben ist egal wie meine größte Leidenschaft – ich liebe es Geschichten zu erzählen, wenngleich ich dafür nur begrenzt Zeit habe. Und da Bloggen in gewisser Weise auch Schreiben bedeutet (und sei es nur in Form von Rezensionen und Artikeln) mag ich das mindestens genauso sehr. Ansonsten wäre meine Seite im März wahrscheinlich nicht 15 Jahre alt geworden 😉

 

Wann hast du angefangen deine eigenen Geschichten zu schreiben?

Das ist ewig her – zumindest fühlt es sich so an. Ich habe schon als Jugendliche Geschichten zu Papier gebracht (damals noch mit Papier und Stift), später bin ich natürlich dann zum PC gewechselt und habe sie dort getippt. Ich denke, ich hab vor gut 20 Jahren angefangen, um einen Ausgleich zur Schule (später zum Studium) zu schaffen. Mein Kinder- und Jugendbuchprojekt „Assjah“ stammt aus dieser Zeit, ebenso ein Gay Projekt, dass ich angefangen habe, als ich über Yaoi/Shonen-Ai gestolpert bin: „Limit Control“. Die Geschichte hab ich online veröffentlicht und in Teilen sogar als Manga umgesetzt.

 

Brauchst du Musik oder andere Geräusche zum schreiben oder lieber Ruhe?

Ich bin jemand, der Ruhe braucht, da mich Musik zumeist ablenkt. So geht es mir auch beim Lesen. Einzige Ausnahme sind klassische Musik und Soundtracks, sprich rein instrumentale Musik – so lange kein Text dabei ist, kann ich Musik beim Schreiben hören, alles andere lenkt mich zu sehr ab.

 

Du hast Bücher im Verlag rausgebracht und als Selfpublisher. Was gefällt dir besser? Warum?

Ich habe sowohl im Verlag veröffentlicht, als auch als Selfpublisher. Ich persönlich mag die Zusammenarbeit mit einem Verlag mehr – das hat auch etwas damit zu tun, dass es immer toll ist, wenn ein Verlag so viel Vertrauen in ein Projekt hat, dass er es in sein Programm mit aufnimmt. Das ist einfach ein schönes Gefühl. Sicherlich hat man dann einige Einschränkungen – beim Cover, der Gestaltung und ggf. der genretechnischen Einordnung, aber man hat dafür auch nicht die Kosten und die vielen Risiken, die eine Veröffentlichung mit sich bringen kann. Es hat beides seine Vor- und Nachtteile. Im Gay Genre mag der Weg als Selfpublisher der Richtige sein (gerade weil die Gewinnspanne im SP-Bereich größer ist), im Kinderbuchbereich würde ich eher davon abraten – da braucht man einfach einen Verlag, der das Buch an den passenden Stellen platzieren kann.

 

Warum hast du dich entschieden über homosexuelle Literatur zu bloggen?

Ehrlich gesagt, kam ich eher im Lauf der Zeit dazu. Als ich „Like a Dream“ Anfang 2001 ins Leben rief, widmete sich die Seite Yaoi und Shonen-Ai – Mangas, denn zu dieser Zeit gab es in Deutschland noch gar keine Plattformen dafür – dieses Genre war den meisten unbekannt. Ich selbst bin durch einen Artikel in der AnimaniA auf Shonen-Ai (dt. „Jungenliebe“) aufmerksam geworden und war fasziniert von Geschichten, die die Liebe zwischen zwei Männern thematisierten. Im Jahr 2000 erschien mit „Zetsuai – since 1989“ schließlich der erste Shonen-Ai Manga in Deutschland bei Carlsen und ich war begeistert. Kurz darauf entstand „Like a Dream“, wo ich zunächst Mangas vorstellte. Später kamen Animes und Artbooks dazu, schließlich auch Bücher, Filme und Interviews und zu guter Letzt wagte ich den Sprung zu lesbischer Kunst. Im Laufe der Jahre wandelte sich „Like a Dream“ immer mehr, da mein Interesse an Mangas ab- und ich lieber Romane und Buchreihen in die Hand nahm. So wurde aus der alten Yaoi/Shonen-Ai Seite ein Blog, der hauptsächliche über queere Literatur bloggt.

 

Dein Blog ist dieses Jahr 15 Jahre alt geworden. Was hat sich seit dem verändert? Hat sich was verändert?

Natürlich hat sich eine Menge verändert. Vieles habe ich oben bereits geschrieben – ich bin mehr und mehr von den Mangas weggekommen und habe mein Herz für Romane entdeckt (Interessen ändern sich halt im Laufe der Zeit ;)). Auch optisch hat sich die Seite mehrfach gravierend gewandelt – zuletzt vor einigen Jahren als aus der Portalseite ein Blog wurde, damit ich schnelle rund effektiver bloggen und rezensieren kann. Das Portal existiert im Grunde immer noch, da ich keine Luft habe über 400 Rezensionen auf meinen Blog zu übertragen. Deswegen gehen viele alte Rezensionen im alten Layout der Seite auf.

 

Was machst du wenn du mal nicht bloggst, schreibst oder eine Veranstaltung planst?

Ganz klar – Pen&Paper Rollenspiel oder Filme schauen. Das mache ich beides wahnsinnig gerne, wobei ich beim Rollenspiel immer von meiner Frau Tanja abhängig bin, die eigentlich alle Runden leitet, in denen ich aktiv dabei bin – sprich ich muss warten, wie sie Zeit hat und da sie ebenfalls schreibt und organisiert …

 

Was sind deine Lieblingsbücher?

Da ich viel lese, habe ich natürlich auch mehrere Lieblingsbücher – sowohl im Gay-Bereich, als auch unter den Kinder- und Jugendbüchern. Zu meinen all-time-favourites zählt „Die Bücherdiebin“ von Markus Zusak, denn sein Stil ist einfach atemberaubend schön und die Geschichte geht einfach nur ans Herz; „Adrian Mayfield“ von Floortje Zwigtman – eine wundervoll lebendige Geschichte, die in England zur Zeit von Oscar Wilde spielt und diese Epoche lebendig werden lässt; und „Bruder“ von Ted van Lieshout, das in Deutschland zu Unrecht sehr unbekannt ist, obwohl es mit mehreren Preisen überschüttet wurde. Auch die Werke von David Levithan („Two Boys Kissing“) und Patrick Ness („Sieben Minuten nach Mitternacht“) schätze ich sehr.

Vielen von den genannten Büchern haben schwule Helden – ich habe ein Faible für queere Jugendbücher. Im Bereich Gay Romance bzw. schwuler Romane für Erwachsene liebe ich Tanja Meurers „Die Seelenlosen“, weil dieser Fantasy herrlich anders ist, als die üblichen High Fantasy-Geschichten, die eher in einer mittelalterlichen Epoche angesiedelt sind, während „Die Seelenlosen“ klar barocke Elemente hat und zudem mit Steampunk punkten kann. Ansonsten liebe ich Jobst Mahrenholz‘ Roman „Haus aus Kupfer“, das mich auf eine Art und Weise berührt hat, wie selten ein Buch und von dem ich noch heute die Schlussworte zitieren kann J. Zu guter Letzt will ich noch C.S. Pacats „Captive Prince“ nennen, das mich auf ungeahnte Art und Weise gefangen genommen hat und Lynn Flewellingsfantastische „Nightrunner“- Serie, die leider nie ihren Weg nach Deutschland gefunden hat – vollkommen zu Unrecht, meiner Meinung nach!

 

Am 22.10. wird die Benefizanthologie „Like a Dream“ erscheinlike-a-dream-1en, deren Herausgeberin du bist. Worum geht es in der Anthologie?

Die Anthologie enthält Kurzgeschichten zum Thema
„Wünsche, Träume, Hoffnungen“, die von insgesamt
15 Autor*innen verfasst wurden. Jeden der
teilnehmenden Schreiberlinge kenne ich entweder
privat oder ich liebe die jeweiligen
Geschichten und Bücher. Ich bin sehr glücklich,
dass ich eine solch bunte und
abwechslungsreiche Kurzgeschichtensammlung
herausbringen konnte,
denn der Leser kann sich auf eine wirklich schöne Mischung freuen – von fantastischen und unheimlichen Geschichten, über Dramen und sanften Liebesgeschichten bis hin zu witzigen Episoden ist alles dabei :).

 

Wie bist du auf die Idee gekommen eine Anthologie herauszubringen?

So genau weiß ich das ehrlich gesagt gar nicht mehr – es kam in einem Gespräch mit meiner Frau auf, als wir darüber nachdachten, wie man den Geburtstag meines Blogs gebührend feiern könnte. Ich habe über einen ganzen Geburtstagsmonat nachgedacht (der letztendlich auch umgesetzt wurde) und schließlich auch über eine Anthologie, an denen Autor*innen und Zeichner*innen teilnehmen sollten, die ich kenne oder sehr schätze (dank meiner Rezensionstätigkeit und der Organisation von QUEER gelesen habe ich viele Bekanntschaften geschlossen). Ursprünglich sollte die Anthologie aus 15 Geschichten bestehen (wegen der 15 Jahre Like a Dream), die von 15 Zeichnern mit einem Einzelbild illustriert werden. Da ich aus dem Manga-Bereich komme, meine Seite früher tief mit der Mangaszene verwurzelt war und vor vielen Jahren einen Zeichnerverein auf die Beine gestellt habe, hatte ich gehofft dafür ebenfalls 15 Künstler*innen gewinnen zu können – leider gab es dahingehend jedoch viele Absage, so dass ich letztendlich davon Abstand nehmen musste. Lediglich Tanja Meurer hat ihre Kurzgeschichte „Bruderliebe“ illustriert, so dass im Taschenbuch zu ihrer Geschichte eine passende Illustration zu finden ist.

 

Wie bist du auf die Autoren gekommen? Hast du eine Ausschreibung gemacht oder sie explizit angesprochen?

Ich habe die 15 Autor*innen explizit angesprochen und nach einer Geschichte bzw. ihrer Teilnahme gefragt. Dabei bin ich nach persönlichen Vorlieben gegangen, sprich ich habe die Autor*innen angeschrieben, deren Geschichten mir gefallen. Eine Ausschreibung wäre mir zu aufwendig gewesen, da ich dann noch mehr Beiträge hätte lesen müssen und ich nur begrenzt Zeit gehabt habe. Daher habe ich von vornherein festgelegt, wer mitmacht und die entsprechenden Leute angeschrieben.

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Wie lange hat es von der Idee bis zur Fertigstellung gedauert?

Die Idee zur Anthologie kam im Februar auf – als ich den Geburtstagsmonat plante. Daraufhin habe ich Autor*innen und Zeichner*innen angesprochen und bei ihnen nachgefragt. Es gab Absagen und Zusagen – bis schließlich 15 Autoren feststanden. Dann hatten die Schreiberlinge bis Ende August Zeit, ihre Geschichten einzureichen. Ich habe die Beiträge lektoriert, das Lektorat übernahmen andere Autoren aus der Gruppe und schließlich wurde das Buch von Chris P. Rolls fertiggestellt, die den Satz vom Taschenbuch und die Erstellung des eBooks übernommen hat. Letztendlich war das Buch eine Woche vor Veröffentlichung fertig, sprich insgesamt hat die Anthologie fast 9 Monate von der ersten Idee bis zur Fertigstellung gedauert, wobei die letzten Wochen natürlich am arbeitsintensivsten waren.

 

Wie war die Zusammenarbeit mit den Autoren?

Die Zusammenarbeit war sehr facettenreich – sowohl angenehm als auch stressig, lehr- und abwechslungsreich und wahnsinnig inspirierend. Es war eine tolle Sache, so viele verschiedene Projekte von Anfang an kennenzulernen und mit den Autor*innen an ihren Texten zu arbeiten. Dabei habe ich viel gelernt und natürlich auch die anderen kennengelernt. Es ist ein tolles Gefühl jetzt das Produkt unserer Zusammenarbeit in den Händen zu halten und in die Welt hinaus zu lassen.

 

Hast du eine Lieblingsgeschichte?

Das ist eine gemeine Frage. Wenn ich jetzt eine Geschichte wählen würde, würde ich 14 Autor*innen enttäuschen. Daher sage ich nur soviel – jede Geschichte ist toll und für mich etwas Besonderes. Letztendlich macht es die Mischung, denn nur so können die einzelnen Kurzgeschichten wirken. Deswegen mag ich jeden Beitrag, in den die Autor*innen ihr Herzblut gesteckt haben, um die Anthologie zum Leben zu erwecken 😉

 

Das Cover der Anthologie sieht wirklich toll aus! Wie bist du auf die Designerin Cassandra Krammer aufmerksam geworden?

Ich habe bereits für meine Urban Fantasy Trilogie „Nachtschatten“ mit Cassy zusammengearbeitet, daher war der Schritt, sie zu fragen, nur logisch. Ich mag ihre Cover und Buchumschläge und weiß, dass sie auch in LBGT-Bereich sehr aktiv und engagiert ist. Deswegen war die Zusammenarbeit mit ihr perfekt –sie hat unterschiedliche Vorschläge gemacht, die in der Gruppe mit allen Autor*innen besprochen wurden. Letztendlich hat man sich mehrheitlich für das farbenfrohe Cover entschieden, dass die Anthologie jetzt ziert.

 

Es handelt sich um eine Benefizanthologie. An wen geht der Erlös? Warum gerade dahin?

Der Erlös geht komplett an das Mainzer LSBTI-Zentrum „LBSK e.V.“, die mit der „Bar jeder Sicht“ einen tollen Treffpunkt für queere Gruppen geschafft haben und sich für unterschiedliche Projekte engagiert. Darüber hinaus finden in der Bar viele interessante Veranstaltungen und Vorträge statt – Filmvorführungen, Lesungen und Konzerte. Auch das Team von QUEER gelesen arbeitet eng mit den engagierten Mitarbeitern vom „LBSK e.V.“ zusammen, so dass es nahe lag diesen Verein mit den Einnahmen zu unterstützen – ich kenne die Ehrenamtler, finde ihr Engagement toll und bin der Meinung, dass die „Bar jeder Sicht“ Spenden gut gebrauchen kann, um verschiedene Projekte zu unterstützen – von queeren Flüchtlingen, Jugendhilfen über Elterngruppen bis hin zu Stammtischen verschiedener Gruppierungen. Auch hinsichtlich der Aufklärungsarbeit, die der „LBSK e.V.“ leistet, sind die Einnahmen dort an der richtigen Adresse.

 

Wo kann man die Anthologie kaufen?

Die Anthologie gibt es überall zu kaufen – als eBook kann man sie in den nächsten Tagen in nahezu allen Shops erwerben (Amazon, Thalia, Hugendubel, Weltbild, etc.). Das Printbuch ist nur auf Amazon erhältlich oder auf den üblichen Messen, auf denen die teilnehmenden Autor*innen als Aussteller anwesend sein werden.

 

Möchtest du jemanden Danken?

Mit Freuden –ich bedanke mich bei allen teilnehmenden Autor*innen, denn ohne sie gäbe es diese wundervolle Anthologie nicht; bei Chris P. Rolls, denn ohne sie wären weder eBook noch Printbuch rechtzeitig zur Gay Book Fair fertig geworden, wo das Buch erstmals präsentiert wurde; und natürlich meiner Frau Tanja Meurer, die mir in den letzten Wochen und Monaten den Rücken freigehalten hat, um die Geschichten zu lektorieren und für die Veröffentlichung fertig zu machen.

Zu guter Letzt gilt mein Dank allen Lesern und Besuchern meines Blogs – ohne euch gäbe es „Like a Dream“ nicht seit 15 Jahren und damit auch keinen Geburtstag, der letztendlich die Anthologie hervorbrachte 🙂

 

Auf was dürfen wir uns demnächst von dir freuen?

Von mir wird es wahrscheinlich den letzten Band meiner „Nachtschatten“-Trilogie geben (ich hoffe, dass „Unbezwingbar“ im Frühjahr 2017 auf den Markt kommen kann), mit etwas Glück kommt vorher aber ein Spin-Off zu „Nachtschatten“ heraus, in dem es um Cionaodh geht, der in der Hauptreihe immer ein wenig zu kurz kommt. Der Kurzroman entstand ursprünglich für den Ueberreuter Wettbewerb geschrieben habe. Da ich leider nicht zu Gewinnern zähle, werde ich „Fuchsgeister“ in den nächsten Monaten im Eigenverlag herausbringen.
Ansonsten beteilige ich mich mit einer Kurzgeschichte an einer weiteren Benefizanthologie, für die sich dieses Mal Swantje Berndt verantwortlich zeigt.

Sobald diese Projekte alle fertig sind, hoffe ich mich an mein queeres Jugendbuch setzen zu können, an das ich seit einiger Zeit plotte und dass mich erstmals in realistische Gefilde führen wird.

 

Auf welchen Plattformen kann man dir folgen?

Am aktivsten bin ich auf Facebook (https://www.facebook.com/Assjah) und meiner eigenen Homepage (www.juliane-seidel.de). Ich bin zwar auch in diversen Foren und Twitter angemeldet, doch bin ich dort nicht sonderlich aktiv. Daher empfiehlt es sich am meisten, meinem Blog zu folgen, oder meine Facebook-Fanpage im Blick zu behalten.

 

Möchtest du ein paar Worte an die Leser richten?

Ich bedanke mich bei allen, die mich in den vergangenen Jahren unterstützt und Like a Dream so lange die Treue gehalten haben. Es ist einfach wunderschön, mit euch zusammen seit über 15 Jahren die verschiedensten Bücher, Mangas, Comics und Filme zu entdecken. Ich hoffe sehr, dass euch die Anthologie „Like a Dream“ und die Träume der teilnehmenden Autor*innen gefallen.

 

Ich möchte Juliane noch mal vielmals für das Interview danken, dass sie sich trotz Stress die Zeit genommen hat, meine Fragen so ausführlich zu beantworten.
Wer noch mehr über die Anthologie wissen möchte, sollte auf Julianes Blog „Like a Dream“ vorbei schauen 🙂

*Autoren vorgestellt* Chris P. Rolls

Heute erscheint der neue Gay Fantasy Roman von Chris P. Rolls. Zu diesem Anlass durfte ich sie interviewen und ihr erfahrt ein wenig über ihr neues Buch.

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Autorenname: Chris P. Rolls
Lieblingstier: Pferd
Lieblingsfarbe: türkis
Lieblingszeit zum schreiben: immer
Wohnort: Mecklenburg Vorpommern
Lieblingsort: Zum Schreiben? Auf der Pferdeweide.
Hobbys (außer dem Schreiben): Miniaturen, malen, reiten, Bogenshcießen
Vorbild/er: Melanie Rawn, Lynn Flewelling, Orson Scott Card,
Schreibmotto: Solange es Spaß macht, kann man über alles schreiben.

 

Wie alt warst du, als du deine erste/n Geschichte/n geschrieben hast?

Püh, schwer zu sagen. Die ersten Geschichten habe ich für mich selbst gespielt, noch nicht aufgeschrieben. Aber die Anfänge der ersten müssten so mit 10 oder 11 gewesen sein.


Brauchst du Musik oder andere Geräusche zum schreiben oder lieber Ruhe?

Ich schreibe am liebsten mit Kopfhörern und Epic Music.


Wie bist du dazu gekommen homoerotische Bücher zu schreiben?

Tja, das Thema hat mich schon sehr früh interessiert. Eine Liebe, die eben nicht überall anerkannt und einfach ist, mit einem großen Potential an Verwicklungen und Emotionen. Meine ersten schwulen Charaktere habe ich ganz heimlich mit 14 geschrieben und im Laufe der Jahre wurden es immer mehr Plotideen dazu.


Was gefällt dir an diesem Genre?

Seine Vielfalt. Nicht ist 08/15 vorgegeben. Ich kann mit Ängsten, Problemen und Gefühlen jonglieren, die eine allgemein anerkannte Heteroliebe nicht hat. Dazu zwei Männer, die sich einer Situation stellen müssen, die sie ggf aus ihren bisherigen gesellschaftlichen Rollenverhältnis wirft. Und ja: Ich finde es äußerst erotisch, wenn zwei Männer sich näherkommen. Da kann alles passieren, sie können und dürfen stark sein, oder auch mal Schwäche zeigen dürfen. Zudem bin ich weder als Leser, noch als Erzähler gezwungen, in eine bestimmte Rolle zu schlüpfen, muss mich mit keinem identifizieren, wie das bei einer weiblichen Rolle schnell passiert.


Wenn du mal nicht am Schreiben bist, was machst du dann?

Reiten, Pferde versorgen, Unterricht geben, Bogenschießen.


Was bedeutet das Schreiben für dich?

Schwer zu sagen. Es hat mich immer begleitet, die Geschichten waren immer in meinem Kopf, machen lange Jahre, ehe sie sich Szene für Szene zusammensetzen. Wenn ein Buch entsteht, ist das ein wenig wie einen Film zu schauen. Ich weiß zu Beginn nicht immer, wohin es geht und wie die Szenen hinterher zusammenhängen, welche Details wichtig sind, aber am Ende fügt sich alles wie vorherbestimmt zusammen. Schreiben ist Ausdruck, Unterhaltung und Erlebnis zugleich.


Eines deiner Bücher wird verfilmt. Welches sollte es deiner Meinung nach sein? Und warum?

Das wären wohl zwei meiner Bücher gleichauf: Bodycaught und Pegasuscitar. Da erste, weil es eine sehr persönliche Geschichte ist, die mir sehr unter die Haut gegangen ist und die sicherlich einen spannenden, dramatischen Film abgeben würde. Pegasuscitar, weil es eine wundervolle Fantasywelt ist und ich zu gerne erleben würde, wie die Pegasuspferde auf der Leinwand zu Leben erweckt werden.


Du bist Selfpublisherin aber ein paar deiner Romane sind auch bei Verlagen erschienen. Was gefällt dir besser?

Beides hat seine Vor- und Nachteile. Von der Flexibilität mag ich das SP am liebsten, alle liegt in meiner Hand, ich kann spontan sein, muss niemanden fragen. Der Nachteil: Ich muss mich um alles kümmern.
An einem Verlag schätze ich, dass ich mich nicht um alles kümmern muss. Das ist mitunter auch mal ganz angenehm, vor allem, wenn die Zusammenarbeit mit Lektorat und Cover gut klappt. Bei Forever bei Ullstein zb schätze ich sehr, dass die viel über das Buch hinaus an Werbung und Aktionen machen, sich um Lesungen und Veranstaltungen für ihre Autoren kümmern.


Am 01.10. erscheint dein neuer Fantasy Roman „Shilsas – In den Nebeln“.
Worum geht es?

Es ist eine düstere Geschichte, um die Hure Navasirt Dadashian, dessen Mut ihn zu dem gefürchtesten Assassinen der Stadt führt. Hazar Maher, dem Herrn der Tausend Tode. Zwischen den beiden funkt es durchaus, aber auf allen Seiten gibt es Gefahren und Geheimnisse zu lüften. Hazar Maher trägt eine große Last mit sich, hinter deren Einzelheiten Nava nur nach und nach kommt. Und dann ist da noch ein Feind, der ihnen beiden nach dem Leben trachtet.


Handelt es sich bei der Geschichte um einen Einzelband oder einen Mehrteiler?

Shilsas ist als Einzelband angelegt. 170 tsd Wörter dürften auch viel Lesevergnügen bereithalten. Allerdings kann ich nicht ausschließen, dass ich irgendwann noch einmal nach Shilsas reisen werde.


Wie kam dir die Idee zu diesem Buch?

Tja, die Muse kommt immer erst mit einzelnen Szenen. Hier war es einmal eine Szene, wie Nava mutig vor Hazar Maher tritt und seinen Lohn einfordert und dazu zwei weitere, die zu sehr spoilern, um sie wiederzugeben. Zwischen diesen Szenen entsteht dann die Story.


Was hat dir besonders Spaß gemacht beim schreiben?

Die düstere Stadt hoch auf dem Tafelberg zum Leben zu erwecken. Der Ort ist kein schöner, es stinkt, ist dreckig, Nebel ziehen beständig durch die engen Gassen. Kein Ort, an dem man gerne bleiben möchte. Das hat mich an die Tepuis in Venezuela erinnert, die mich sehr beeindrucken.


„Hoch über nebeligen Schluchten liegt die Stadt Shilsas“. Gibt es zu der Stadt ein reales Vorbild?

Nicht zu der Stadt, sehr wohl aber der Gegend. Zb Roraima-Tepui in Venezuela. Das sind gewaltige Tafelberge, deren Oberfläche meist in Nebel gehüllt ist und auf denen vieles an Leben endemisch ist. Sie sind kaum erforscht, da auch nur schwer zugänglich. Shilsas würde auf so einem Tafelberg liegen, nur noch viel höher als die Tepuis.


Wer ist dein Lieblingscharakter und warum?

Navasirt Dadashian. Ich mag die Mischung aus Mut und Leichtsinn, sein feines Gespür für die Dinge und besonders Matous. Er ist zielstrebig und lässt sich nicht so leicht unterbuttern.


Was ist deine Lieblingsszene? Oder hast du ein schönes Zitat?

Meine liebste Szene wäre, voll erzählt, wohl ein Spoiler, aber sie findet im Kerker unter der Seilbahnstation statt. Navasirt beweist seinen Mut und seine Liebe, indem er dem Tod ins Auge schaut. Lest es am besten selbst 🙂


Das Cover sieht wirklich toll aus! Wie ist das entstanden?

Das Cover war ursprünglich ein Premade, dh man konnte es fertig kaufen und es hatte einen anderen Hintergrund. Ich bin lange drumherumgeschlichen, weil es mich von Anfang an fasziniert hat und ideal die Stimmung von Shilsas einfing. Die Designerin Juliane Schneeweiss hat mir dann auf Wunsch die Hintergrund angepasst, das Cover für Ebook und Printbuch erstellt. Eine Ausgabe, die sich in jedem Fall gelohnt hat.


Möchtest du jemandem Danken?

Meinen tollen Betalesern, meiner Korrekturfee Ingrid und allen treuen Lesern, ohne die ein Autor nichts weiter als ein Schreiber wäre.


Worauf dürfen sich deine Leser demnächst noch freuen?

Auf meiner FB-Autorenseite habe ich gerade 4 Projekte in den Raum geworfen, die ich demnächst angehen möchte. Daneben wird voraussichtlich zur Buch Berlin Band II „Die Anderen“ im Main-Verlag erscheinen. Und ich überarbeite nebenher mein größtes Fantasyepos „Begabung“ mit gut 420 tsd Wörtern.

 

Auf welchen Plattformen kann man dir folgen?

Am besten bei Facebook, wo ich neben der Autorenseite auch unter Chrissy Pirols zu finden bin. Unter rihaij schreibe ich gelegentlich auf Bookrix und Fanfiktion.de / Bereich Originale. Unter rihaij bin ich auch bei Twitter und google + zu finden, da bin ich aber eher selten.


Möchtest du ein paar Worte an deine Leser richten?

Lieben Dank für eure Leidenschaft, euren Enthusiasmus, eure Geduld, eure Treue. Ohne Leser würde das schreiben nur halb so viel Spaß machen. Ich bin immer wieder überwältigt, über die Resonanz und freue mich riesig, wenn ich euch sie auf den Messen auch live erleben darf.

 

Ich möchte Chris für das Interview danken und wenn ihr jetzt neugierig auf „Shilsas – In den Nebeln“ seid: Ab sofort könnt ihr es hier als ebook und Print kaufen. Lasst euch dieses tolle Buch nicht entgehen, denn mir gefällt es bis jetzt super :D!

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