Rezension zu „Worauf es ankommt“

Worauf es ankommt

Mary R. Smith

„Worauf es ankommt“

CreateSpace Independent Publishing Platform

9781515269007

4,39€/9,50€

Lucas hat Geld, mag Luxus, und Affären, Lügen und Betrug gehören zu seinem Leben. Doch das ändert sich, als ihm ein traumatisches Erlebnis widerfährt. Danach ist nichts mehr wie es war. Er beginnt, sich mit seinem früheren Leben auseinander zu setzen und sich Fehler einzugestehen. Unterstützt wird er dabei von einem sehr guten Freund, und bekommt unerwartete Hilfe von einem Menschen, von dem er glaubte ihn nie wieder zu sehen. Er muss nicht nur sein Trauma überwinden, sondern auch zeigen, dass er sich geändert hat.

„Worauf es ankommt“ ist mein erster Roman von Mary R. Smith. Gleich am Anfang lernt man Lucas und seine Sicht der Dinge kennen. Er weiß, dass er ein Arschloch ist, aber ihn kümmert es nicht. Bis ihm etwas zustößt und sich seine Sicht um 360° ändert. Doch dieser Roman beschäftigt sich nicht nur damit, wie er es schafft sein Trauma zu überwindet, sonders ist auch eine kleine Kriminalgeschichte. Diese dient aber eher dazu, eine für Lucas wichtige Person ins Spiel zu bringen und das Ganze mit ein bisschen Spannung zu würzen, was ich nicht schlecht fand. Mir hat die Geschichte gut gefallen. Wir haben den harten Lucas, einen besten Freund der ihm immer wieder ins Gewissen redet und ihm in schweren Zeiten hilft, sowie den Mann, den er eigentlich schon immer geliebt hat und ihm die größte Stütze ist. Es war interessant zu lesen wie Lucas sich ein neues Leben aufbaut und Rückschläge einstecken muss. Wie er es schafft aufzustehen und darum kämpft, sich nicht unterkriegen zu lassen. Leider haben mir an diesem Punkt die Emotionen der Personen gefehlt. Sie waren da, keine Frage, aber ich hätte mir noch mehr Tiefe gewünscht. Auch fand ich an manchen Stellen die Erklärungen zu viel. Ein bisschen kann man dem Leser schon zutrauen ;).  Ansonsten sind die Wendungen nicht wirklich überraschend und manchmal vorhersehbar.

Obwohl mich die Geschichte nicht völlig mitreißen konnte, fand ich sie stimmig geschrieben und lesenswert.

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Rezension zu „Zusammen finden“

Zusammen finden

Hrsg.: J. Walther

„Zusammen finden“

CreateSpace Independent Publishing Platform

9781515104803

5,99€/10,90€

„Zusammen finden“ ist eine Anthologie mit 13 Geschichten von 15 tollen Autoren.

Es geht um Freundschaften und um Liebende, die sich erst noch finden müssen, die schon lange zusammen sind oder sich verloren haben. Ein Mix der uns zeigt, dass das Zusammen finden und das Halten, nicht immer einfach ist.

Dank verschiedener Genre, Zeitzonen und Perspektiven, wurde daraus ein Gefühlscocktail dem ich mich nicht entziehen konnte. Ich musste grinsen, weinen, seufzen, ein Fünkchen Wut unterdrücken, aber stimmten mich einige der Geschichten auch nachdenklich. Dank der tollen Zusammenstellung der Texte, wechselten sich diese Emotionen ab, was das Lesen spannend machte. Gleichzeitig fand ich immer ein Element, oder ein Gefühl, von der voran gegangenen Geschichte in der Folgenden wieder, was mich beeindruckte und mich auf die Nächste freuen ließ. Nebenbei laß ich nicht nur Werke von Autoren die ich bereits kannte, sondern entdeckte auch Neue, welche mich neugierig auf mehr machten.

Diese Anthologie ist für alle, die Kurzgeschichten mögen, die sich an der einzigartigen facettenreichen Liebe erfreuen und die nichts gegen Gefühle haben, denn die stecken in jeder Geschichte drin. Und nebenbei kann man noch etwas Gutes tun!

Rezension zu „Micah“

Micah

Tina Filsak

„Micah“

CreateSpace Independent Publishing Platform

9781512078640

Der krebskranke Empath Micah lernt eines Abends in seinem Stammlokal den Vampir Darius kennen. Beide freunden sich schnell an und Liebe wächst daraus, doch bevor sie richtig Vertrauen zueinander fassen können, entscheidet sich Darius Micah in einen Dampir zu verwandeln.
Nun nicht mehr schwach und kränklich kommt Micahs wahres Selbst zum Vorschein und ihre Beziehung ist nicht mehr wie sie vorher war.

Die Geschichte um Micah fängt spannend an. Sofort ist man mittendrin, leidet mit ihm, hofft mit ihm.
Auch Darius ist ganz der Gentleman und erwärmt das Herz. Doch mit der Wandlung kommen die wahren Charaktere zum Vorschein, mit denen man nicht gerechnet hat. Micah der starke Mann der sich nicht einsperren lässt, und Darius der gefangen in seiner alten Denkweise ist, lassen viel Platz für Reiberein. Als dann noch ein Dritter hinzukommt ist die Spannung perfekt.
Tina Filsak versteht es mit den Emotionen des Lesers zu spielen. Man hofft und betet für die Figuren, empfindet Symphatie, nur um gleich darauf schockiert zu sein, man liebt sie und dann möchte man sie am liebsten durchrütteln.
Doch trotz des sehr guten Schreibstils, dem gelungenen Anfang und den vielschichtigen Personen, konnte mich das Buch nicht gänzlich in seinen Bann ziehen.
Die Liebe zwischen Darius und Micah sowie dem dritten Vampir im Bunde, Dio, kann nicht gänzlich überzeugen. Es gibt selten romantische Szenen und es werden von Gefühlen gesprochen wo mir nicht klar war woher sie kommen, da die Personen nicht viel Zeit miteinander verbracht haben um diese reifen zu lassen.
Perspektivwechsel helfen die anderen Figuren zu verstehen, sind aber leider für meinen Geschmack zu selten.
Die BDSM Szenen sind für jeden verständlich geschrieben, der auch noch nie damit zu tun gehabt hat. Tina Filsak lässt den Leser in die Gefühlswelt der betroffenen Personen blicken und spielt mit aufregenden heißen Szenen. Leider sind diese manchmal recht lang, so dass Gefühle auf der Strecke bleiben.
Weniger ist manchmal mehr, und so hätte es der Geschichte gut getan, wenn das Augenmerk mehr auf Darius, Dio und Micah gerichtet geblieben wäre anstatt noch die Probleme weiterer Figuren mit hinzuzuziehen.
Der Umbruch der in der Welt der Vampire und wahrscheinlich sogar in der der Supras und in unserer stattfinden wird, kam leider zu kurz. Hier hätte man mehr rausholen und einen Spannungsbogen aufbauen können. Leider wurde dieses Potenzial nicht ausreichend genutzt.
Die Welt der Supras fügt sich wundervoll in die Geschichte ein. Man erhält an keinem Punkt nie zu wenige oder zu viele Erklärungen. Es ist interessant zu erfahren wie diese Welt funktioniert und in unsere passt und welche Wesen überhaupt existieren. Hier wurde tolle Arbeit geleistet.

Das Cover finde ich sehr gelungen. Es scheint schlicht, doch wenn man es genauer Betrachtet und mit Micah vergleicht erkennt man ihn wieder. Eine Raubkatze, jederzeit zum Angriff bereit, aber auch verspielt und dazu passend diese grünen starken Augen.
In großem und ganzen ist Micah ein Buch welches diejenigen lesen können, die BDSM und Fantasy mögen, aber nicht allzu viel Wert auf eine ausgereifte Liebesgeschichte legen.